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Bio


Bei seiner frühmorgendlichen Presseschau an einem Oktobertag im Jahre 2012 fiel
Dr. Pymonte folgende Meldung ins Auge: „Spektakulärer Kunstraub in Rotterdam:
sieben Meisterwerke wurden gestohlen - darunter Bilder von Picasso, Monet und
Matisse. Der Wert der geraubten Gemälde ist unschätzbar, auf dem freien Markt sind
sie kaum verkäuflich.“ Damit war dem Harfenisten, Hackbrettspieler und
Dudelsackbläser klar, wie das neue Album seiner Band In Extremo heißen müsse:
„Kunstraub“. Die übrigen Mitglieder stimmten augenblicklich zu. Zum einen weil es
sich bei den Berlinern um eine Gruppe höchst kunstsinniger Herren handelt, zum
anderen weil sie die magische Zahl Sieben aufhorchen ließ. Bestehen In Extremo
nicht aus sieben Mitgliedern? Trug nicht ihr eigenes Goldalbum von 2003 den Titel
„Sieben“? Dazu zählt man nicht umsonst sieben Wochentage, sieben Sinne und
sieben Weltwunder! Prompt war auch klar, wie das Cover ihres neuen Albums
aussehen soll: Sieben Porträts aus der Werkstatt von Rembrandt, in die das
Konterfei eines jeden einzelnen In-Ex-Mitglieds hineingemalt wird. Angefertigt
wurden diese Meisterwerke von den russischen Brüdern Posin, echte Originale unter
den Kunstfälschern, die ihre weltberühmte Werkstatt in Berlin-Neukölln betreiben.

Die Faszination für die feinsinnigen Gentleman-Gauner ließ Dr. Pymonte dazu noch
einen Liedtext namens „Kunstraub“ dichten. „So ein Coup hat mit Verstand und
Finesse zu tun“, ruft das schwergewichtige Multi-Talent, „das waren keine 20jährigen
Dumpfbacken. Hier handelt es sich um Kunstexperten, Schlitzohren mit Geschmack.“
Herumtreiber, Galgenvögel und Hallodris haben es den modernen Spielleuten schon
immer angetan. Mit „Lebemann“ setzen sie den Außenseitern ein weiteres Denkmal
auf dem neuen Album. „Der „Lebemann“ ist so ein Typ, der keinen Knopf in der
Tasche hat und trotzdem die ganze Welt bereist. Seine Rechnungen zahlen die
Damen“, lacht Vokalist Micha Rhein alias Das Letzte Einhorn. „Solche Burschen
erzählen dir, sie seien Pilot und Tiefseetaucher, zitiert Rhein aus dem Song, von dem
so manch Hochstapler noch ´was lernen kann. „Wege ohne Namen“ handelt davon,
dass eine Rockband sich weiter bewegen und entwickeln muss. „Die Straße ist
unsere Heimat und der Weg ist das Ziel“, sagt Dr. Pymonte, „mit Stagnation kommen
wir nicht vorwärts.“ In dem melancholischen „Gaukler“ geht es um die Tristesse hinter
den Kulissen, um die Einsamkeit des Clowns nach der Vorstellung, um das
verwitterte Karussell auf dem verfallenen Jahrmarkt, der schon lange keine Kinder
mehr erlebt hat.

Die Musik von „Kunstraub“ stammt zum Großteil von Gitarrist Basti Lange (alias
Van Lange), der mit einer Menge Ideen und Skizzen im Gepäck in die Prinzipal
Studios von Münster zog. Wieder einmal saß das bewährte Produzententeam aus
Jörg Umbreit und Vince Sorg (u.a. Die Toten Hosen) auf den Produzentensesseln.
„Angefangen habe ich in meinem Berliner Studio“, berichtet Lange. „Da entwickelte
ich erste Ideen auf dem Computer. Die schickte ich an Trommler Specki (Florian
Speckardt) und Bassist Kay (alias Die Lutter). Die antworteten mir, was sie daran gut
oder schlecht fanden.“ Mit den gemeinsam erarbeiteten Skizzen ging es nach
Münster, wo Dudelsäcke, Nyckelharpa, Hackbrett, Harfe aufgenommen und die
bereits begonnenen Gesänge komplettiert wurden.

Einige Songs enthalten überraschend harte Teile, die in Richtung Thrash Metal
weisen. Schlagzeuger Specki demonstriert mehrfach, dass er auch das dynamische
Double Bass Drum-Spiel beherrscht. Saitengebieter Basti macht deutlich, dass er
u.a. Fan von harten Riffs der Marken Prong und Helmet ist. Die derberen Songteile
wechseln sich mit melodiösen Folk- und Mittelalter-Parts ab. Hier zaubert die
Dudelsack-Fraktion aus Marco Zorzytzky (Flex der Biegsame) und Boris „Yellow“
Pfeiffer pure In-Ex-Ekstase aus den Beuteln. Und natürlich gibt es auch Mitsing-
Hymnen wie etwa „Alles schon gesehen“ und „Himmel und Hölle“, die Fans zum
sofortigen Mitschmettern einladen.

Zu Beginn von In Extremo, Mitte der 90er, bestand die Gruppe noch aus zwei
Teilen, einer Mittelalter- und einer Rockfraktion. 1998 verschmolzen beide Teile zu
einer Band. Gemeinsam nahmen sie bislang elf Studioalben sowie vier Live-
CDs/DVDs auf. Die Werke „Sieben“ (2003), „Sängerkrieg“ (2008) und „Sterneneisen“
(2011) wurden mit Gold prämiert. Die beiden letztgenannten stiegen zudem auf Platz
eins in die Media Control Charts ein. Die DVD „Am goldenen Rhein“ wurde
außerdem mit Platin ausgezeichnet.

„Uns war es wichtig, dass wir uns weiter entwickeln“, unterstreicht Dr. Pymonte am
Schluss. „Wir haben ein neues Thema wie Kunstraub aufgegriffen, weil es zu uns
passt. Wir sind keine Saubermänner, uns sitzt der Schalk im Nacken und wir sind
feierwütig bis zum Geht-nicht-mehr. Kurz: Wir sind immer noch die Alten, die aber
stets neue Wege gehen.“


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Discography


1996 
In Extremo 
1997 
Gold 
1998 
Hameln 
1998 
Weckt die Toten! 
1999 
Verehrt und angespien 
2001 
Sünder ohne Zügel 
2003 
2005 
Mein rasend Herz 
2008 
Sængerkrieg 
2011 
Sterneneisen 
2013 
Kunstraub 


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